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Abgetaucht, aber nicht untergegangen Der TV 06 zieht eine vorläufige Bilanz

„Nach vorn schauen“ ist die Losung der letzten Wochen: „gerader Rücken, Haltung und dann marschieren, vorwärts“…

Der TV06 will Mut machen, entschieden die Trainerinnen und Übungsleiterinnen bei einem spontanen sommerlichen Zusammentreffen in Bodendorf im Garten der neuen Geschäftsstellenleiterin Nadine Henseler. Nicht alle waren gekommen, viele der dreißig Stützen des Vereins sind stark betroffen von der Flutkatastrophe und die meisten noch zu sehr beschäftigt mit der Rettung der eigenen vier Wände.


                                                                            

Der Blick in die Sportstätten an der Weststraße sagt einerseits, es geht voran, andererseits, es wird dauern. Die große Halle ist zwar schon vom Schlamm befreit, das darunter liegende Elend allerdings liegt offen dar. Der Boden muss ganz erneuert werden, viele Fenster und Türen sind demoliert, der Putz abgeschlagen. Nur was die Flutwelle nicht mitgerissen hat, das liegt geordnet in einem Seitenbereich: z.B. Wasch- und Toilettenschüsseln. Ein trauriger Anblick.

Turngeräte, die über Jahre hinweg angeschafft und im täglichen Gebrauch gepflegt wurden, sind geschlossen abgetaucht, samt der neuen Schränke, in denen die Sportutensilien verwahrt wurden. Keine Matte war  mehr brauchbar.

Jede der Anwesenden am Kaffeetisch in Bodendorf komplettiert die Liste der Verluste: das neue Air-Track, eine Neuanschaffung, auf die alle so stolz waren. Die Musikanlage, die Schwebebalken, Trampolin und Stufenbarren.

Der obere Bereich, die kleine Halle für die Gymnastik nutzbar, ist intakt. Das ist die positive Nachricht. Der Aufgang dorthin allerdings nicht, wie zuerst vermutet, unbeschadet. Auf den glatten Wänden blüht der Schimmel. Zu früh gefreut, der Fachmann urteilt anders. Die Wände sind nass und müssen allesamt abgeschlagen werden. Die gute Nachricht, das könnte schnell gehen, wenn denn Handwerker hier sozusagen vorturnen. Dann könnte es nach den Herbstferien Ende Oktober vielleicht schon gelingen mit einer „Teilmobilisierung“ aller Kräfte. Zugegeben, das ist ein Wunschgedanke.

Was tun? fragt sich der Vereinsvorstand. „Wir können nur Ausweichquartiere bespielen“, heißt es, aber die sind rar. Der Herzsport hat jetzt wieder einen Anfang gemacht, ganz ähnlich war es nach dem monatelangem Stillstand wegen Corona. Die Gruppe hat den Ehrgeiz, instabilen Herzen mit Bewegung beizukommen, soweit es geht. In Nierendorf fand sich ein Quartier. Die „Rückengymnasten“, ebenfalls medizinisch angezeigt, haben noch keine Chance, ganz zu schweigen von den Leistungsturnern und den Kindergruppen. Schwimmsport? in Bad Neuenahr ein Totalausfall. Wird es - zumal nach Corona- am Ende nur noch eine Generation von Nichtschwimmern unter den Schülern geben? Die DLRG hat schon davor gewarnt.

Das Interesse an der Wassergymnastik ist und war immer höher als es der Verein leisten konnte, hier eine Lösung für die Wassersportler zu finden, ist hochgefragt, danach wird jetzt gesucht. Vielleicht gibt es Möglichkeiten im Kreis, Schwimmstätten anzubieten. „Auch Fitnessstudios könnten uns sportlich beispringen“, schlägt eine Trainerin vor. „Für Pilates- oder Aerobicgruppen, vielleicht.“ Anregungen gibt es viele.

Was den Vorstand des TV06 betrifft, er sorgt sich um die jährliche Mitgliederversammlung, sie musste schon im vergangenen Jahr ausfallen. Eine zuverlässige Bilanz zum gegenwärtigen Zeitpunkt ist gar nicht möglich, weil es schwerfällt, die Situation zu erfassen. Der TV06 erreicht kaum die Mitglieder in ihren angegebenen Adressen. Viele sind ausquartiert oder weggezogen.

Das letzte Treffen der Übungsleiterinnen ist vielleicht ein Anfang

Die Runde beschließt, die desolate Situation jetzt sportlich zu nehmen: Mit Haltung und geradem Rücken dem Neuanfang entgegen. Nur so geht‘s.

Einzig verschont ist die Wandergruppe. Sie macht es bereits vor, immer wieder sonntags.

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